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Art des Monats

Biber wurzer gerhard
Biber (Foto. G Wurzer)
Biber Castor fiber
 
Seit 2013 bewohnt ein junges Biberpaar unsere Biberanlage, nachdem das alte Paar altersbedingt verstorben ist. Das Männchen „Flori“ stammt aus Bayern und das Weibchen aus dem Zoo Wuppertal, beide sind waschechte Europäer. Zur Familie der Biber zählen zwei Arten, der Kanadische Biber Castor canadensis und der Europäische Biber Castor fiber. Beide sind äußerlich nur sehr schwer zu unterscheiden, wenn auch der Europäer etwas kleiner und leichter ist. Auch die Lebensweise ist nahezu gleich, der Europäische Biber ist allerdings deutlich nachtaktiver als sein kanadischer Verwandter.

Biber sind reine Vegetarier, die bis zu 150 krautige Pflanzen und an die 60 Gehölzarten nutzen. Im Sommer stehen reichlich verschiedenste Pflanzenarten als Futter zu Verfügung, so lieben Biber stärkehaltige Wurzeln und Knollen, wie z. B. von Schwertlilien, Seerosen, Rohrkolben oder Kalmus. Auch die feinen, zarten Blätter und die Rinde von Pappel und Weide sind für sie eine Delikatesse. Im Herbst wird das Futter aber knapp, und die Biber müssten weit wandern, um satt zu werden. Sie stellen deshalb auf Rindennahrung um. Bis zu 5 kg Rinde muss ein 25 kg schwerer Biber täglich fressen, um satt zu werden.
Die tatsächliche Verdauungsarbeit übernehmen allerdings seine Darmbakterien in den langen Blinddärmen, die diese ballaststoffreiche Nahrung aufschließen. Allerdings muss der Biber immer wieder die gleiche Rinde fressen, denn die Bakterien können sich auf einen raschen Wechsel der Rindenart, die verschiedenste Schutzstoffe enthalten, nicht so schnell einstellen. So beschränkt sich der Biber auf wenige Baumarten, bei uns vornehmlich Pappeln, Espen und Weiden, die er mit Hilfe seiner stets nachwachsenden Schneidezähne, den Nagezähnen, umschneidet.
 
Biber fällen Bäume nicht wahllos, sondern meist in Baumgruppen. Dadurch entstehen Lichtungen im Auwald, auf denen die beliebten Weichhölzer besonders rasch nachwachsen. In intakten Biberrevieren konnte man zeigen, dass der Revierinhaber nur ca. 5-10 % des Weiden- und Pappelbestandes im Laufe eines Jahres fällt. Hochgerechnet ergibt das eine Turnoverrate von 20 Jahren, in denen diese Bäume wieder eine für den Biber nutzbare Größe erreichen.

Biber sind also nachhaltige Landschaftsarchitekten mit scharfen Zähnen, und kein ein anderes Tier, außer den Menschen, gestaltet seine Umwelt so nachhaltig wie dieses große Nagetier. Der Biber „baut“ sich Seen und Auwälder, die vielen anderen Tierarten Lebensraum bieten. Mit der Errichtung der Dämme, die das Wasser aufstauen, werden seine bevorzugten Nahrungsbäume noch zusätzlich gefördert, denn diese halten eine Überstauung und damit „nasse“ Wurzeln gut aus. Im Bibersee baut er seine „Biberburg“, die er in die Uferböschung gräbt oder aus Knüppeln und Ästen errichtet. Der Eingang liegt stets unter Wasser, was der Biberfamilie Schutz vor Feinden bietet.